
KNOCHENERKRANKUNG
chronische
Erkrankung von Knochen
Eine
Knochenerkrankung
muß nicht unbedingt mit
Schmerzen
einhergehen. Im Folgenden werden
Knochenerkrankung
en aufgeführt, die im Rahmen einer
Schmerztherapie
erfolgreich
mitbehandelt werden können.
- Osteomalazie
- Diese Knochenerkrankung (Erkrankung von Knochen)
führt zu einer
Knochen
erweichung mit generalisierten
(= überall)
Skelettveränderung und unzureichender Mineralisation
(= Einbau von
Mineralstoffen ins Körpergewebe)
der Grundsubstanz infolge Calcium- und Phosphat-Minderangebotes oder
-entzuges bei Vitamin-D-Mangel, Malabsorption
(= Störungen der Nahrungsaufspaltung im Körper),
Vit.-D-Resistenz (z.B. Phosphatdiabetes), Phosphatstoffwechselstörungen
((z.B. bei
Knochen
tumoren, mesenchymalen
(= das Ausgangsmaterial für Hirnhäute, Bindegewebe,
Muskulatur und
Hartsubstanzen des Schädels betreffend)
Tumoren)) und Stoffwechselerkrankungen ((z.B. idiopathische
(= ohne erkennbare Ursache
entstandene) Hyperkalziurie
(= gesteigerte Calcium-Ausscheidung im Harn),
glomeruläre Niereninsuffizienz
(= von der
Nieren
rinde ausgehende,
ungenügende Funktion bzw. Leistung)).
Die Symptome (=
Krankhe
itszeichen)
dieser Knochen
erkrankung sind: Knochen
deformierung ((Skoliose,
Keil-, Fischwirbel, Kyphosen, Genu valgum
(= X-
Beine)
und varum (= O-
Bein
e)), rasche Ermüdbarkeit,
Muskelschmerz, im Röntgenbild verminderte Dichte und Konturunschärfe der
Knochen.
Im Blutserum ist Calcium normal oder leicht vermindert, das Phosphat
vermindert und die alkalische Phosphatase vermehrt.
-
Osteoporose - Diese Knochenerkrankung kommt am
häufigsten vor. Der Mineralgehalt der Knochen nimmt bis zum 40. Lebensjahr
zu, bis eine individuelle maximale Knochen masse erreicht ist. Im weiteren
Lebensverlauf werden dann etwa 0,5 bis 1,5% jährlich wieder abgebaut.
Störungen, die diesen natürlichen Knochen abbau steigern,
führen zur Entwicklung einer
Osteoporose
mit der Gefahr von Knochenbrüchen, meist in Form von sog. Spontanfrakturen
(= Brüche ohne
äußere Ursache) und einem
Schmerz.
Die
Osteoporose,
die generalisiert
(= allgemein ausgebreitet)
oder lokalisiert
(= örtlich begrenzt)
auftreten kann, ist durch eine Verringerung der Knochen substanz bei
erhaltener Struktur gekennzeichnet.
Die
Osteoporose
kann sich aufgrund einer endokrinen
(= hormonellen) Störung (Hyperthyreose
(=
Überfunktion der Schilddrüse),
Morbus Cushing (= Krankhe itsbild durch ein Überangebot von Glucocorticoiden),
Hyperparathyreoidismus
(= Überfunktion der
Nebenschilddrüse), Hypogonadismus
(= Unterfunktion
der Keimdrüsen)) entwickeln.
Hormonale Faktoren sind an der postmenopausalen
(= Übergangsphase von der
weiblichen Geschlechtsreife zum Alter)
und senilen (=
altersbedingten) Form beteiligt.
Die lokale Variante kommt bei der
Sudeck Dystrophie (engl.
Sudeck dystrophy) vor, wahrscheinlich bedingt durch lokale
Stoffwechselstörungen (Debrunner 1988).
Ein
Osteoporoseschmerz
tritt hauptsächlich im Bereich der
Wirbelsäule
auf, in der Regel weniger segmental begrenzt, sondern über größere
Abschnitte. Im Verlauf dieser Erkrankung von Knochen kommt
es zu wiederholten Spontanfrakturen
(= Knochenbrüche ohne
äußere Gewalteinwirkung), die zu
einer Fehlstellung führen, wodurch die kleinen Wir
bel
gelenk
e, der Bandapparat und die
Muskulatur
in Mitleidenschaft gezogen werden und zusätzlich
Schmerzen
verursachen.
Entzündliche Knochenerkrankungen -
Die wichtigste Waffe der
speziellen Schmerztherapie ist die therapeutische Lokalanästhesie, also die
Behandlung mit einem (lang wirkenden) örtliche Betäubungsmittel in Form von
Infiltrationen und Nervenblockaden. Sind die Schmerzen auf eine Entzündung
zurückzuführen, wie bei den folgenden Erkrankungen, so ist diese Behandlung nicht nur
symptomatisch (= also nicht nur auf das Krankheitszeichen "Schmerz")
ausgerichtet, sondern auch kurativ (= heilend), da diese Therapie
im behandelten Bereich neben der Schmerzunterdrückung auch zu einer enormen
Durchblutungssteigerung führt und unter einer guten Durchblutung heilen
entzündliche Prozesse sicher ab, eine uralte medizinische Weisheit. Wird die
Entzündung durch Erreger (z.B. Bakterien) verursacht, so führt die gesteigerte
Durchblutung dazu, daß die verabreichten Antibiotika nunmehr bei den Erregern
auch "ankommen" und diese vernichten können.
Daß
Lokalanästhetika
(=
örtliche Betäubungsmittel)
auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen.
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-
Knochenhautentzündung (Periostitis)
- Eine Knochenerkrankung in Form einer aseptischen
(= keimfreien,
ohne Beteiligung von Erregern)
Knochenhaut
entzündung kann
durch Schlag, Stoß oder mechanische Reibung entstehen, häufig im Rahmen von
sportlichen Aktivitäten. Häufige Lokalisationen:
Schienbein,
Ellenbogen,
aber auch
Schambein.
Diese Form einer Knochenerkrankung ist meist harmlos und
klingt nach kühlen Umschlägen und Einreibung mit entzündungshemmenden Salben
bald wieder ab, ebenso der damit verbundene
Schmerz.
Keinesfalls harmlos sind Knochenerkrankung
en bzw.
Knochenhautentzündungen
infolge einer Infektion
(= Eindringen von Krankhe itserregern wie Bakterien oder Viren), entweder hämatogen
(= durch Absiedelung aus dem Blut), iatrogen (=
durch ärztlichen Eingriff verursacht, z. B. Operationen)
oder nach einem Trauma
(= Verletzung).
Hinzu kommt das Problem, daß bei einer
Knochenhaut
entzündung
meist auch das
Knochengewebe (Ostitis)
und das
Knochenmark (Osteomyelitis)
beteiligt sind.
-
Knochenentzündung (Ostitis)
- Mit dem Begriff "Knochenentzündung"
ist die En
tzündung der Knochen masse gemeint,
und nicht etwa die
Knochenmarkentzündung oder die
Knochenhautentzündung. Ein Knochen besteht aus einer äußeren, kompakten
Knochen
masse. Weiter innen befinden sich kleine Knochen
bälkchen, die ein schwammartiges Füllmaterial bilden und den Knochen sehr
festigen. Da ein Knochen sehr gering durchblutet ist, erfolgt eine
Infektion (=
Eindringen von Krankhei
tserregern wie
Bakterien oder Viren) nicht
hämatogen (= durch Absiedelung aus dem Blut)
wie hauptsächlich bei der
Knochenmarksentzündung,
sondern iatrogen
(= durch ärztlichen Eingriff verursacht, z. B. Operationen)
oder nach einem Trauma
(= Verletzung).
Die Gefahr ist allerdings groß, daß eine Knochenerkrankung
in Form der Knochen
en tzündung im weiteren Verlauf auch
auch die
Knochenhaut (Periostitis)
und das Knochen
mark (Osteomyelitis)
übergreift, bedingt durch die räumliche Nähe.
Bei Beteiligung des
Knochenmarks
kann es bei dieser Erkrankung von
Knochen darüber hinaus zu einer schweren Beeinträchtigung
des Allgemeinbefindens (bis hin zu einer Sepsis
(= Blutvergiftung)) kommen.
-
Knochenmarkentzündung (Osteomyelitis)
- Das
Knochenmark
befindet sich in den Hohlräumen der größeren Knochen (Röhren knochen,
Rippen,
Brustbein,
Schulter
blättern, Schädeldachknochen,
Hand - und
Fuß
wurzelknochen). Man unterscheidet das Fettmark, dessen Anteil mit
zunehmendem Alter ansteigt und das rote Knochen mark, in diesem
findet die Blutneubildung statt (außer Lymphozyten). Bei einer
Knochenerkrankung in Form der
Knochenmarkentzündung
ist meist auch das
Knochengewebe (Ostitis
bzw.
Osteitis) und
die Knochen
haut (Periostitis)
beteiligt.
Die
Knochenmarksentzündung
entsteht durch hämatogene
(= auf dem Blutwege), seltener
lymphogene (=
über die Lymphe) oder durch
direkte (z.B. bei Verletzung) Keimeinschleppung (meist Staphylococcus aureus).
Knochenmarkentzündungen
können auch auf benachbarte
Gelenk
e übergreifen.
Bei der sklerosierenden
(= krankhafte Verhärtung von Geweben) Knochen
erkrankung
bzw.
Knochenmarksentzündung
kommt es zu einer einer tumorartigen, derben Verdickung von
Periost
(=
Knochenhaut) und Knochen.
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